Pralle Vielfalt – wie Nutzpflanzen unser Leben beeinflussen

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Sie liefern schmackhafte Nahrung und wertvolle Energie, können Schmerzen lindern und Krankheiten heilen – oder dienen einfach dem Genuss: Nutzpflanzen sind für den Menschen als nachwachsende Rohstoffe seit jeher essentiell. Doch eine durchgehende und ausreichende Versorgung, wie sie heute gegeben ist, gibt es erst seit dem 18. Jahrhundert.

Energielieferanten für Mensch, Tier und Maschine

Viele Nahrungspflanzen, vor allem solche, die energiereiche Pflanzeninhaltsstoffe wie Zucker, Stärke und pflanzliche Fette liefern, werden nicht ausschließlich für den Verzehr durch Mensch und Tier, sondern auch für eine technische Nutzung angebaut. Bekannte Beispiele sind unter anderem Zuckerrohr und Raps. Gemüse, Salat, Obst und Gewürzpflanzen werden dagegen in der Hauptsache als Nahrung genutzt und gelten als äußerst bekömmlich und gesund.

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Nutzpflanzen liefern jedoch nicht „nur“ Nahrung und Energie, sie werden auch als Rohstofflieferanten und Arzneimittelgrundstoffe verwendet. In nahezu jedem Bereich unseres Lebens kommen wir mit ihren Produkten in Kontakt. Manchmal bewusst durch die Wahl eines bestimmten Rohstoffs, indem wir beispielsweise eine Baumwollhose erwerben, dann wieder unbewusst beim Konsum von Arzneimitteln oder Genussmitteln wie Kaffee, bei deren Erwerb eher Faktoren wie Wirksamkeit oder fairer Handel im Vordergrund stehen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse sichern den Nachschub

Die Vielfalt und Kontinuität, in der uns heute Nutzpflanzen und ihre Produkte vorliegen, finden ihren Ursprung im 18. Jahrhundert, als mit der wissenschaftlichen Erforschung des Pflanzenbaus Missernten zunehmend vermieden werden konnten und gleichzeitig die Produktivität gesteigert wurde. Durch die zunehmende Globalisierung und Industrialisierung fanden schließlich auch exotische Rohstoffe immer einfacher ihren Weg in fremde Länder.

Anbau, Schutz und Zucht

Zu den grundlegenden Aspekten beim Nutzpflanzenanbau gehören das optimale Nutzen der gegebenen örtlichen Bedingungen wie Luft-, Wasser- und Bodenverhältnisse sowie der Schutz der Pflanzen vor schädigenden Einflüssen durch Umwelt und Tiere, wobei Saatgut raubende Vögel eine besondere Herausforderung darstellen. Auch das gezielte Züchten neuer widerstandsfähigerer Arten ist eine wichtige Methode, hierzu zählt auch die in den achtziger Jahren entwickelte Gentechnik. Insbesondere in den letzten Jahren wird hierbei ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, die Maßnahmen so durchzuführen, dass die Ressourcen und die Umwelt nicht gefährdet werden.